Abschlussfeier an der Hauswirtschaftsschule
Tag der Ernte

An ihrem großen Tag im Mai 2017 war ihnen die Freude ins Gesicht geschrieben: 21 Absolventinnen des einsemestrigen Studiengangs in Teilzeitform haben an der Hauswirtschaftsschule Rosenheim ihre Abschlusszeugnisse entgegengenommen.

Damit dürfen sie sich nun "Fachkräfte für Ernährung und Haushaltsführung" nennen. Der Studiengang richtet sich an Menschen, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, und vermittelt im Lauf von eineinhalb Jahren praktische Fertigkeiten in den Bereichen Hauswirtschaft, Familien- und Haushaltsmanagement.
Abschlusszeugnisse feierlich übergeben
Für die Studierenden bedeutete dies, neben ihrer eigentlichen Arbeit und Familienversorgung jeden Dienstagabend sowie Mittwoch ganztägig die Schulbank zu drücken. Diese Mehrfachbelastung haben die 21 Absolventinnen erfolgreich gemeistert: Nun bekamen sie bei einem Festakt in der Aula der Schule ihre Abschlusszeugnisse überreicht. "Heute ist der Tag der Ernte", sagte Wolfgang Hampel,der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dazu. Das sei ein Festtag für die Studierenden.
Studium neben Beruf und Familie
Anna Bruckmeier, die Leiterin der Hauswirtschaftsschule, betonte, wie anstrengend die Studienzeit gewesen sein müsse. Immerhin mussten die Frauen die anspruchsvolle Ausbildung mit ihren anderen Berufen und Verpflichtungen unter einen Hut bringen. Das sei nur mit Unterstützung der Familien möglich gewesen – daher richtete Bruckmeier an diese ein großes Dankeschön. Die Klasse hat sich selbst das Motto gegeben: "Hauswirtschaft mit Herz und Hand". "Dass sie dieses nun in die Tat umsetzen können, darauf dürfen Sie stolz sein", sagte die Schulleiterin.
Landrat würdigte Hauswirtschaftslehre
Stellvertretender Landrat Josef Huber gratulierte allen Absolventinnen zu der "aufwendigen Ausbildung". Diese beinhalte weit mehr als "das bisschen Haushalt" aus dem bekannten Lied. Ernährungskunde, Finanzmanagement und viele weitere Themen, die man nicht unbedingt mit Hauswirtschaft in Verbindung bringe, gehörten da dazu. Huber betonte außerdem, dass es sich um ein Wissen handele, das heute mehr und mehr verlorengehe. Sich dieses anzueignen, sei quasi ein Dienst für alle.
Wissen weitergeben
"Scheut Euch nicht, dieses Wissen weiterzugeben", forderte er die Absolventinnen auf. Kreisbäuerin Katharina Kern bedauerte, dass die Hauswirtschaft in der ich bezogenen und karriereorientierten Welt keinen großen Stellenwert mehr habe. Den Studierenden seien die Mühen der Ausbildung dennoch wert gewesen, um ihre Familien gut versorgen zu können. Auf die erlernten Kompetenzen könnten sie stolz sein.
Miteinander und Weiterbildung
Anita Ellmayr, die Vorsitzende des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) Rosenheim, erzählte, dass sie selbst an der Hauswirtschaftsschule Rosenheim gelernt habe. "Es war eine wunderbare Zeit“, sagte sie. Es sei aber auch anstrengend gewesen, und die Familie daheim habe viel mithelfen müssen. Doch erst das "Miteinander" bringe den Erfolg. Was den Absolventinnen bleiben werde, sei die Gemeinschaft mit den anderen Kursteilnehmerinnen. Ellmayr forderte die Frauen auf, sich weiterzubilden, sich im Ehrenamt zu engagieren und die Land- sowie Hauswirtschaft positiv nach außen zu repräsentieren.
Dreimal Bestnoten
Die besten Absolventinnen wurden besonders geehrt. Irmgard Stangl aus Aschau (1,22), Johanna Berghammer aus Halfing (1,33) und Doris Huber aus Vogtareuth (1,44) haben mit einem "Sehr gut" abgeschnitten. Doch eigentlich können sich alle Absolventinnen bei einem Klassen-Notendurchschnitt von 2,06 über hervorragende Ergebnisse freuen.
Quelle: Katharina Heinz, Oberbayerisches Volksblatt