Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung

Die Bayerische Forstverwaltung erstellt seit 1986 alle drei Jahre die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung, kurz auch Vegetationsgutachten genannt.

Bevor die Forstlichen Gutachten erstellt werden, führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung alle drei Jahre im Vorfeld der Drei-Jahres-Abschussplanung für Rehwild von Ende Februar bis Anfang Juni eine Inventur der Waldverjüngung durch. Dabei werden bayernweit über zwei Millionen junge Waldbäume untersucht, ob und wie stark diese durch Schalenwildverbiss (Rehwild, Rotwild, Gamswild und andere) beeinflusst sind.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising wertet die im Rahmen der Verjüngungsinventur erfassten Daten aus. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wird für jede der rund 750 Hegegemeinschaften in Bayern ein Forstliches Gutachten erstellt.
Die Forstlichen Gutachten sind für die Beteiligten an der Abschussplanung – Jagdvorstand, Eigenjagdbesitzer und Revierinhaber - ein wichtiges Hilfsmittel, um für die jeweils kommende Planungsperiode gesetzeskonforme Abschusspläne für das Schalenwild aufzustellen. Für die unteren Jagdbehörden stellen die Gutachten eine wesentliche Entscheidungsgrundlage bei der behördlichen Abschussplanung dar.

Weitere Informationen zu den Forstlichen Gutachten Bayern:

Ergebnisse der Forstlichen Gutachten 2015

Für das aktuelle Gutachten wurden im Frühjahr 2015 in den 16 Hegegemeinschaften des Landkreises Rosenheim über 40000 Jungpflanzen aufgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Situation der Waldverjüngung gegenüber 2012 insgesamt etwas verschlechtert hat. Der Leittriebverbiss bei der besonders gefährdeten Tanne ist im Landkreis-Durchschnitt von 11,8 % auf 17,7 % angestiegen, wobei örtlich erheblich Unterschiede bestehen. Während 2012 empfohlen wurde, den Abschuss in 2 von 16 Hegegemeinschaften zu erhöhen, ist dies im Jahr 2015 für 4 Hegegemeinschaften erforderlich.

Auf der Grundlage der vorgelegten Ergebnisse sollten nunmehr die betroffenen Jagdgenossenschaften und Revierinhaber die Situation für ihr jeweiliges Jagdrevier sorgfältig analysieren und bei der heranstehenden Abschussplanung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden die Weichen für eine Bejagung stellen, bei der die Belange der Waldverjüngung in angemessenem Umfang Berücksichtigung finden. Dabei haben sich in der Vergangenheit gemeinsame Revierbegänge von Jagdvorständen, Waldbesitzern und Revierinhabern zur Diskussion der Problematik vor Ort als sehr förderlich erwiesen.