Aromia bungii
Asiatischer Moschusbockkäfer in Rosenheim und Kolbermoor

In Kolbermoor und Rosenheim wurden im Sommer 2016 mehrere Käfer des Asiatischen Moschusbockkäfers gefunden. Hierbei handelt es sich für Deutschland um den ersten amtlich bestätigten Befall. Bereits 2011 wurde ein solcher Käfer in Kolbermoor gesichtet.

Der Asiatische Moschusbockkäfer Aromia bungii gilt als Baumschädling, stammt aus Asien und ist in Europa bis auf zwei Gebiete in Italien nicht angesiedelt. Die Einschleppung erfolgt wahrscheinlich über Verpackungsholz oder Baumschulware. Als Wirtsbäume sind vor allem Kirsche, Pflaume, und deren Zierformen sowie Zwetgsche, Kriecherl, Aprikose und Pfirsich betroffen.
Allgemeinverfügung und Karte
Am 07.02.2017 hat die LfL eine Allgemeinverfügung über Maßnahmen zur Bekämpfung des Asiatischen Moschusbockkäfers erlassen. Diese gilt für die Siedlungsgebiete z. B. Privatgärten, öffentliches Grün und Straßenbegleitgrün sowie für das sog. Offenland. Das Offenland beinhaltet landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Äcker und Wiesen oder natürliche Gebiete wie z. B. Moore.

Für Waldflächen gilt aus Zuständigkeitsgründen die Allgemeinverfügung des AELF Rosenheim mit gleichem Inhalt.
Größe und Entwicklungsstadien
Der erwachsene Käfer ist ca. 2,5 - 4 cm lang (nur Körper ohne Fühler, Abb. 1). Auffällig sind neben den langen Fühlern der schwarze Kopf und die schwarz glänzenden Flügeldecken, vor allem aber der rote Halsschild. Vorzugsweise nutzen die Käfer vorgeschädigte Bäume als Brutbäume, können aber auch gesunde Bäume besiedeln. Nach der Eiablage erfolgt schnell der Schlupf der Larven, die für zwei bis drei Jahre erst unter der Rinde und dann über das Splintholz bis ins Kernholz hinein fressen und breite Gänge im Holz hinterlassen (Abb. 2 und 3).
Schäden
Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und feine Bohrspäne aus dem Loch (Abb. 4). Der befallene Baum wird besonders durch die großen Larvengänge geschädigt (Abb. 5). Der durch Aromia bungii verursachte Schaden ist dabei nicht unerheblich. Durch die Verletzungen besiedeln auch Fäule verursachende Pilze die Äste und den Stamm. Wenn ein Baum über mehrere Jahre immer wieder von Käfern besiedelt wird, werden Äste und Stamm morsch und brechen. Durch Aromia bungii befallene Bäume sterben langfristig ab und stellen ein Risiko einer weiteren Verbreitung des Käfers dar.
In Bayern wurden aktuell aus mehreren Bäumen in Rosenheim und Kolbermoor geschlüpfte Käfer sichergestellt.
Amt bittet um Mithilfe
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim bittet Gartenbesitzer um ihre Mithilfe. Alle Gartenbesitzer sind aufgefordert, dem Amt den Fund eines Asiatischen Moschusbockes zu melden. Nicht verwechselt werden sollte Aromia bungii dabei mit dem heimischen Moschusbock Aromia moschata, der in ganz Europa verbreitet ist. Dieser tritt an anderen Wirtsbäumen wie z.B. Weiden auf. Die Färbung der heimischen Art ist metallisch glänzend und kann variieren. Manche Moschusböcke schimmern kupfern oder bronzefarben, andere sind blauviolett oder grünlich (Abb. 6).

Ansprechpartner bei Fragen und Verdachsfällen
Bei weiteren Rückfragen bzw. zur Klärung von Verdachtsfällen unterstützt Sie das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim.
Bildaufnahmen z.B. Käfer bzw. verdächtige Bohrlöcher können Sie per E-Mail senden.
Tel.: 08031 3004-0
E-Mail: poststelle@aelf-ro.bayern.de