Fachzentrum für Diversifizierung und Strukturentwicklung
Güllebiogasanlage - eine Möglichkeit für den eigenen Betrieb?

Teilneher der Lehrfahrt auf Hof

"Kommt eine Güllebiogasanlage für unseren Betrieb infrage?" diese Frage stellten sich 40 Teilnehmer aus den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein im Rahmen einer Biogaslehrfahrt des VLF Traunstein im Januar 2018.

Die Interessenten besichtigten im Landkreis Traunstein zwei Güllebiogasanlagen, die mit 80 Prozent Gülle- oder Mistsubstrat und mit 20 Prozent pflanzlichem Substrat gefüttert werden. Die elektrische Leistung solcher Anlagen beträgt 75 kW.
Christian Kern vom Team des Fachzentrums für Diversifizierung und Strukturentwicklung am AELF Rosenheim hatte die beiden Betriebe ausgesucht.
100 Biogasanlagen im Landkreis Traunstein
Derzeit gibt es rund 100 Biogasanlagen im Landkreis Traunstein. Eine davon steht auf dem Hof der Familie Erl in Fellern bei Tacherting. Hier werden mit einer Betriebsfläche von 40 Hektar rund 70 Rindergroßvieheinheiten auf Mist gehalten. Die Biogasanlage mit einer Leistung von 75 kWel (Kilowatt elektrisch) wird als eine 80/20er Anlage betrieben. Im Gegensatz zur reinen Güllebiogasanlage dürfen bis zu 20 Prozent in Form von z. B. Silomais oder Getreide "zugefüttert" werden.
Kurzvortrag
Christian Kern hielt in der Mittagspause einen informativen Kurzvortrag über die Grundsätze, Erfahrungen und Wirtschaftlichkeit von Güllebiogasanlagen. Die Landwirtinnen und Landwirte konnten dabei Fragen stellen und über die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage diskutieren.
Abwärme trocknet Hackschnitzel
Am Nachmittag wurde die Biogasanlage der Familie Kirchmaier in Schützing bei Chieming besichtigt. Auf dem Betrieb mit 150 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche werden 160 Milchkühe mit weiblicher Nachzucht gehalten. Die dortige 75 kWel Anlage wurde von der Firma Hochreiter "schlüsselfertig" erstellt und wird jeden Tag mit 20 m³ Gülle, Futterresten und Mist "gefüttert". Zusätzlich werden mit der anfallenden Wärme Hackschnitzel auf Lohnbasis getrocknet.
Fazit
Es kann keine pauschale Aussage getroffen werden, ob sich das für den eigenen Betrieb wirtschaftlich rechnet, weil jeder Betrieb anders aufgestellt ist. Jeder Betriebsleiter muss sich die Frage selbst stellen und darüber im Betrieb diskutieren.
Diese Anlagen sind keine Selbstläufer. Der Arbeitszeitbedarf, welcher zwar gut entlohnt wird, ist nicht zu unterschätzen. Insgesamt kam von beiden Betriebsleitern eine positive Rückmeldung, d. h. sie würden so eine Anlage wieder bauen.

Fachzentrum berät

Bei Interesse oder weiteren Fragen berät Sie das Fachzentrum Diversifizierung und Strukturentwicklung am AELF Rosenheim jederzeit. Eine gute Hilfe bei der Entscheidungsfindung bietet Ihnen ein Beratungsgespräch. Das Beratungsteam freut sich über Ihre Anfrage.

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