Rückblick auf Seminartage in Rohrdorf
Umbauen, planen, gestalten

Wirtschaftlichkeit, Baurecht und steuerliche Aspekte behandelte das Seminar zum Thema "Bauen, Umbauen" vom Fachzentrum Diversifizierung Rosenheim in Rohrdorf im Oktober 2017. Das auf zwei Tage begrenzte Seminar soll wegen der großen Nachfrage nochmals angeboten werden.

Das Thema "Bauen, Umbauen" konnte an den beiden Seminartagen umfassend aufgearbeitet werden. Die Inhalte reichten vom Gestalterischen über die steuerlichen Aspekte der Umnutzung landwirtschaftlicher Bausubstanz (Josef Soyer, BBV) bis hin zur Wirtschaftlichkeit (Claudia Opperer) und zum Baurecht.
Regionale Baustile erhalten
Sich früh genug um dieses Thema zu kümmern, vor allem, wenn es ums Bauen im Außenbereich geht, war der Rat der Referentin Marie-Luise Weigert von der Landesanstalt für Landwirtschaft. Hierbei ist nicht nur der Weg über die mitgezogene Privilegierung anzustreben. Der § 35 BauGB ermöglicht im Einzelfall auch andere Wege. Referent Vinzenz Dufter vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege stellte das Thema landschaftsgebundenes Bauen und die regionalen Charakteristika dar. Aufgegriffen wurde insbesondere auch Holz als traditionelle Bausubstanz, die zudem nachhaltig ist und bei den Landwirten oftmals im eigenen Forst vorhanden ist (Anselm von Huene und Bauberater Stefan Bauer).
Einladender Außenbereich und Rückzugsorte
Die Gestaltung von Ferienwohnungen und des gesamten Außenbereiches, der sowohl Besucher und Kunden auf dem Hof willkommen heißen soll, waren Themen des Architekten Sebastian Wagnerberger. Außerdem ging der Bauexperte auf Rückzugsbereiche für die landwirtschaftliche Familie ein. Ergänzt wurden diese Ausführungen von Landschaftsarchitekt Wolfgang Wagenhäuser. Das Credo der Referenten war, dass die Grundsätze guter Gestaltung auf vielfältige Weise umgesetzt werden können – nicht alle gezeigten Beispiele fanden den Zuspruch der Teilnehmer – in jedem Falle aber gilt: der Bauherr muss sich mit der Umsetzung auf seinem Betrieb identifizieren. Diese Authentizität spricht Kunden an und schafft eine individuelle Atmosphäre.
Bauliche Anforderungen für die Hofgastronomie
Zu guter Letzt wurden von Michael Förtsch vom Verband der Lebensmittelüberwacher bauliche Anforderungen dargestellt, wenn es um Baumaßnahmen im Zusammenhang mit Direktvermarktung und Hofgastronomie geht.Mit einer Teilnahmebescheinigung und wertvollen Informationen gingen die Seminarteilnehmer nach Hause.Viele Fragen rund ums Bauen auf landwirtschaftlichen Betrieben mit Einkommenskombinationen wurden beantwortet, einige blieben offen, weil die Zeit auf zwei Tage begrenzt war und individuelle Fragestellungen nicht gänzlich geklärt werden konnten. So nahmen Abteilungsleiter Georg Baumgartner und Seminarleiterin Claudia Opperer vom Fachzentrum Diversifizierung und Strukturentwicklung am AELF Rosenheim wertvolle Anregungen mit, um das Seminar weiter zu entwickeln.