Traditionelle Kirchweihmontag-Lehrfahrt
Viele Fachinformationen und geselliges Beisammensein

Kirchweihmontag-Lehrfahrt 2022 BetriebsleiterZoombild vorhanden

Betriebsführung

Umbaulösungen für Anbindehaltungen sind ein großes Thema in Rosenheim

Die Begrüßung auf dem Hof nahmen VLF-Vorsitzender Josef Grandl und Anna Bruckmeier Bereichsleiterin Landwirtschaft beim AELF gemeinsam auf dem Milchviehbetrieb der Familie Mayer vor. Wie Frau Bruckmeier erklärte, haben in den vergangenen zwei Jahren im Landkreis Rosenheim fünf Prozent der Betriebe ihre Milchvieh- und Mutterkuh-Haltung aufgegeben. "Wir sind in einer Zeit, in der jeder Betrieb seine Gewinn - Optimierung prüfen und neu ausrichten muss, das ist eine herausfordernde Aufgabe, der sich die Familie Mayer mit Erfolg gestellt hat".

Leonhard Mayer, der Betriebsleiter betonte, dass die intensive Planungsphase entscheidend für die gelungene und zukunftsfähige Weiterentwicklung des Milchviehbetriebs von der Anbindehaltung mit 45 Kühen zu einem modernen, luftigen Laufstall war. Aktuell sind 58 Milchkühen und 12 Kalbinnen auf dem Hof mit 44 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (33 Hektar Grünland, 11 Hektar Acker mit 8 Hektar Mais und 3 Hektar Ackergras).Der Altbau wurde so weit wie möglich genutzt und ein Melkroboter angeschafft“. Der Andrang bei der Hofbesichtigung war groß, und es wurden viele Fragen während der Stallführung und im Nachgang an den Betriebsleiter gestellt.
Funktionaler Anbau mit Futtertisch und Liegeboxen
Beim Aus und Umbau fällt die sehr geschickte Nutzung des Altgebäudes, das nun komplett entkernt ausschließlich als Liege- und Melkbereich dient. Dazu kam ein günstiger und funktionaler Anbau mit Futtertisch und Liegeboxen. Bei der Technikausstattung wurde nicht gespart, sondern für den Betrieb optimale Technik gewählt: z.B. ein Güllesauger als Entmistungssystem, der ca. 25 Mal pro Tag die Laufflächen reinigt und alle Bereiche der Milchkühe abdeckt – für die Umbaulösung im Stall optimal. Zur Verbesserung der Arbeitssituation wurde in einen Roboter zum Futteranschieben investiert. Die Fütterung der laktierenden Tiere erfolgt komplett auf einer Futterachse im Anbau mit einem alten Ladewagen, die Kraftfuttergabe im Melkroboter.
Der neue, luftige Anbau wird von den Tieren geschätzt und laut Betriebsleiter ganztägig gerne in Anspruch genommen – die Tiere gehen abends in den Altbau um zu schlafen. Bei der Ausstattung wurde auf Tierwohl geachtet: Der gesamte Lauf- und Liegebereich ist mit Gummimatten für mehr Komfort ausgestattet – dies bringt wiederum durch verminderten Abrieb einen höheren Aufwand in der Klauenpflege für die komplette Herde mit 3 Mal pro Jahr mit sich.
Kirchweihmontag-Lehrfahrt 2022 Anbau mit TierenZoombild vorhanden

Neuer Futtertisch

Gute Planung ist wichtig
Um die Baukosten im Griff zu haben, hat die Familie im Vorfeld viele Angebote der verschiedenen Gewerke eingeholt und die Preise fixieren lassen, bevor der Bauantrag gestellt wurde, um hier Planungssicherheit zu haben. Bei der Bauausführung wurde auf Einsparmöglichkeiten geachtet, z um Beispiel mit Ausführung der Betonarbeiten wo möglich als Punktfundament, einem Blechdach sowie dem Weglassen von Curtains. Die mehrhäusige Bauweise ermöglicht die Nutzung eines nicht-überdachten Laufbereichs als Auslauf.
Liegeboxen und FreilaufZoombild vorhanden

Umgebauter Altbau

Fazit
Der Betrieb stellt ein gutes Beispiel für eine sehr zweckdienliche und trotzdem kostengünstige Investition in die Milchviehhaltung dar. Er ist ein Beispiel dafür, wie auch alte Stallgebäude sinnvoll für die heutigen Ansprüche genützt werden können. Es gibt Möglichkeiten, wie die Rosenheimer Strukturen fit für die Zukunft gemacht werden können. Und vor allem ist dieses Beispiel eine Alternative zum Neubau auf der grünen Wiese, mit der die Investitionskosten in Tierwohlställe und der bei Neubauten hohe Flächenverbrauch in Zaum gehalten werden kann.