Informationen zum Borkenkäfer und zur Bekämpfung

Bohrmehl auf der Rinde eines Baumstamms

Die Fichtenborkenkäfer haben sich im Jahr 2019 stark vermehrt. Seit Anfang April 2020 sind Buchdrucker und Kupferstecher wieder aktiv. Sie haben in der Rinde vieler Fichten überwintert und haben bereits zum ersten großen Schwärmflug gestartet. Alle Waldbesitzer sind nun aufgerufen, befallene Fichten (mit der Rinde) schnellstmöglich aus dem Wald zu entfernen.

Juni 2021
Aktuelles Geschehen

Erster Schwärmflug seit Mitte Mai - Bohrmehlsuche jetzt starten

Borkenkäfer bei der EiablageZoombild vorhanden

Foto: Tobias Hase, StMELF

Mitte Mai hat der erste Schwärmflug der Borkenkäfer begonnen, in diesem Jahr etwa drei Wochen später als in den Vorjahren.
Dennoch war die Anzahl der Borkenkäfer trotz der eher kühlen Temperaturen sehr konzentriert.
Ihr Einsatz als Waldbesitzer ist am wirkungsvollsten, wenn Sie jetzt in der ersten Schwärmwelle nach Bohrmehl suchen. Nutzen Sie trockene Tage, auch wenn gelegentliche Schauer die Bohrmehlsuche erschweren. Es ist für den weiteren Verlauf enorm wichtig, die frisch vom Borkenkäfer befallenen Bäume zeitnah zu finden und waldschutzwirksam aufzuarbeiten. Denn hier besteht die Chance, die Käferpopulation früh im Jahr abzuschöpfen und so die Ausbreitung des Befalls erfolgreich zu verhindern.

Maßnahmen für den Frühsommer 2021

Alle Waldbesitzer sind dringend angehalten, Ihre Waldstücke konsequent auf Befall zu kontrollieren und nach vorhandenem Bohrmehl zu suchen.

Bohrmehlsuche: Frischen Befall im Bestand finden

Buchdruckerbefall lässt sich bereits sehr früh am Auswurf des braunen Bohrmehls erkennen. Diese sammelt sich am Stammfuss, in Rindenschuppen, Spinnweben und auf der Bodenvegetation. Die Einbohrlöcher des Buchdruckers liegen dabei in der Regel zwischen Rindenschuppen.
Da gut sichtbares Bohrmehl nur bei der Anlage von Rammelkammer und Muttergang entsteht, also zu Beginn des Befalls kurz nach dem Einbohren der Käfer, ist es wichtig, jetzt auf Befall zu kontrollieren. Ist die Eiablage beendet, entsteht kein frisches Bohrmehl mehr.

Wo beginnt man mit der Suche?

Beginnend an sonnigen Südrändern, Ost- und Westrändern der Bestände und im Randbereich letztjähriger Käferlöcher sollte die Suche gestartet werden.

Was ist mit befallenen Stämmen zu tun?

Haben Sie Befall gefunden, muss das befallene Holz unverzüglich aufgearbeitet und abgefahren werden, bevor die Käfer in zwei bis drei Wochen erneut ausfliegen und neue Bruten (Geschwisterbrut) anlegen. Im Wald liegendes, bruttaugliches Material (Rinde, kleiner Stammabschnitte usw.) muss ebenfalls entfernt oder (z. B. durch Mulchen oder Hacken) unschädlich gemacht werden.

Umgang mit Befall aus dem Vorjahr

Schadbild des Borkenkäfer im BestandZoombild vorhanden

Foto: Florian Stahl, LWF

Besonders dort, wo im letzten Jahr Befall gefunden wurde, sollte weiterhin kontrolliert werden. Befinden sich noch Fichten im Bestand, die bereits im letzten Jahr befallen wurden und noch ihre Rinde haben, sollten diese zeitnah aufgearbeitet und mindestens 500 Meter außerhalb des Waldes gelagert werden.

Weitere Informationen

Einen detaillierten Einblick in das aktuelle Geschehen zur Borkenkäfersaison 2021 sowie weitere Tipps zur Suche und Bekämpfung der Borkenkäfer finden Sie im aktuellen „Blickpunkt Waldschutz“ der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) unter folgendem Link:

Die Fichtenborkenkäfer fliegen: Jetzt bei trockenem Wetter Bohrmehl suchen! - Blickpunkt Waldschutz 3/2021 - LWF Externer Link

Wie Sie Käferbefall erkennen und was Sie bei der Aufarbeitung beachten sollten, sehen Sie in den beiden Video-Tutorials und der Bildergalerie. Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wird finanziell vom Staat gefördert. Für eine kostenlose Beratung stehen Ihnen Ihr Revierförster oder unsere Fachkräfte für Borkenkäfer gerne zur Verfügung.

Fachkräfte für Borkenkäfer

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Borkenkäfersuche - Tutorial

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Borkenkäferbekämpfung - Tutorial

Borkenkäfergalerie - Fotos zur Erkennung von Borkenkäferschäden

Förderung

Bedingungen zur Förderung der insektizidfreien Käferholzaufarbeitung

Neue Förderrichtlinie seit 17. Februar 2020 mit folgenden, neuen Fördersätzen:

  • Vorbereitung der Schadholzaufarbeitung
    • i.V.m. Direktabfuhr ins Sägewerk 5 €/fm
    • i.V.m. Verbringen auf Zwischenlager 12 €/fm
    • i.V.m. Entrinden maschinell 10 €/fm
    • i.V.m. Entrinden manuell 20 €/fm
    • i.V.m. Waldrestholz mulchen/hacken 10 €/fm
    • i.V.m. Waldrestholz Eigennutzung 10 €/fm
  • Mindestförderbetrag: 500 €
  • Keine Insektizide erlaubt
  • Waldschutzwirksame Aufarbeitung des vollständigen Baumes (d.h. Aufarbeitung von Stammholz; Aufarbeitung Krone im notwendigen Umfang):
    • Lagerung mindestens 500 Meter zum nächsten Fichtenwald
    • Entrindung
    • Hacken
  • Im Schutzwald wird die Borkenkäferbekämpfung mit erhöhten Fördersätzen gefördert.

Kontaktieren Sie den zuständigen Revierleiter möglichst bevor Sie mit der Aufarbeitung beginnen!

Weitere Informationen